Eggenstein-Leopoldshafen im Herbst
Eggenstein-Leopoldshafen im Herbst
Idyllisch entspannend zu jeder Jahreszeit ist die Umgebung von Eggenstein-Leopoldshafen.
Herbst im Alten Hafen
Herbst im Alten Hafen
Foto "Traum in Gelb" stammt von Alfred Volk aus Karlsruhe
 
 
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Eggenstein-Leopoldshafen im Herbst
Idyllisch entspannend zu jeder Jahreszeit ist die Umgebung von Eggenstein-Leopoldshafen.
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Herbst im Alten Hafen
Foto "Traum in Gelb" stammt von Alfred Volk aus Karlsruhe
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Kunst- und Kulturpfad

In Eggenstein-Leopoldshafen finden sich einige Kunstobjekte im öffentlichen Raum, viele davon von Benno Treiber, der in Leopoldshafen wohnte, bevor der Künstler seine zweite Heimat in Spanien fand. 

Kunstobjekte im öffentlichen Raum in Eggenstein-Leopoldshafen:

Kunstverglasung der Friedhofskapelle Leopoldshafen

Es muss im Frühjahr 1981 gewesen sein, als Bürgermeister Hermann Übelhör Benno Treiber den Auftrag erteilte, einen Entwurf für die Kunstverglasung der Fenster, der damals gerade im Bau befindlichen Leopoldshafener Friedhofskapelle zu machen.  
Der Entwurf des Künstlers zeigt ein Kreuz, raumfüllend in die Mitte des Giebelfensters gestellt, von dem aus Strahlen zur Erde gesendet werden, die sich dann auf beiden Längsseiten in den Fensterfriesen fortsetzen. Das Kreuz selbst ist in kräftigem, strahlenden Rot dargestellt, die davon ausgehenden Strahlen in Blautönen treffen auf erdfarbene Rund- und Spiralformen.     

Fenster der Friedhofskapelle Leopoldshafen von Benno Treiber gestaltetzoom
Fenster der Friedhofskapelle Leopoldshafen von Benno Treiber gestaltet
Fenster der Friedhofskapelle Leopoldshafen von Benno Treiber gestaltetzoom
 

Nachdem der Entwurf Gefallen gefunden hatte, fertigte Benno Treiber eine eins zu eins Zeichnung, als Schablone für den Zuschnitt der einzelnen Gläser. Für diese Arbeit und die Auswahl der Farben, verbrachte er viele Stunden in der Kunstglaserei Großkopf in Karlsruhe.     

Bei jedem Besuch in seiner Heimatgemeinde sucht Treiber gegen Abend die Kapelle auf, um sich an seinem Fenster zu erfreuen und den Farbenzauber zu bewundern, den das Licht in den Raum wirft.   

Flusspferd-Dame Lisa im Bürgerpark

“Lisa”, so heißt die Flusspferd-Dame, die im Teich des Bürgerparks in Leopoldshafen liegt. Zu sehen ist allerdings nur der Teil, der aus dem Wasser ragt, der Rest bleibt im Schlamm verborgen, wie das bei Flusspferden so üblich ist.
Lisa ist rein zufällig entstanden und das kam so. Im Frühjahr des Jahres 1990 war Benno Treiber meist im Steinbruch von Adamswiller anzutreffen, wo er an der Fertigstellung des Brunnens für den Rathausvorplatz in Leopoldshafen arbeitete. Dieser musste zum Schröcker Straßenfest in Juni fertig werden, da zur Eröffnung des Festes die Einweihung des Platzes und damit auch des neuen Brunnens anstand.   

Flusspferd Lisa im Bürgerpark, 1990 von Benno Treiber erschaffenzoom
Flusspferd Lisa im Bürgerpark, 1990 von Benno Treiber erschaffen
 

Gleichzeitig fand im Rathaus selbst traditionsgemäß die Ausstellung Leopoldshafener Künstler statt. Benno Treiber hatte diese Ausstellung vor Jahren ins Leben gerufen, und wollte natürlich auch in diesem Jahr daran teilnehmen. Da er nun, durch die Arbeit am Brunnen, meist nicht im heimischen Atelier arbeiten konnte, war an Malerei nicht groß zu denken. Also machte er sich in Adamswiller daran, die Lisa in Stein zu hauen.  

So kam Lisa zusammen mit dem Brunnen “Die Wege des Rhein´s” rechtzeitig zum Straßenfest nach Leopoldshafen und fand zunächst, für die Dauer des Festes, am Seiteneingang der evangelischen Kirche einen Platz. Danach wurde sie in den Teich des Bürgerparks umgesiedelt. 

Da liegt sie nun und pustet manchmal im Wasser vor sich hin. Schon mal gehört?

"Nessie" im Kindergarten Märchenwald

Im Märchenwald im Sportplatzweg ist Nessie zu finden. Das bunte Fabelwesen hat Benno Treiber in über 1500 Stunden harter Arbeit erschaffen. 

Zunächst mussten aus Styropoor-Blöcken die Körperteile geformt und zusammengefügt werden. Dann mit Zeitungspapier und Tapetenkleister mehrlagig verpackt und nach dem Trocknen mittels Polyester in Fiberglasmatten eingepackt werden. Dies so lange, bis die nötige Stabilität erreicht war. Danach hat er mit Unterstützung seiner ganzen Familie 2 bis 3 Schichten Polyester, und zum Abschluss die Farbschichten aufgetragen, bis das alles gefällig war.   

Kennt ihr die Geschichte von Nessie im Sportplatzweg von Benno Treiber, die der damalige Bürgermeister Manfred Will  bei der Eröffnung des Kindergartens erzählt hat?

Irgendwo im Innern der Erde, dort wo die Fabelwesen, die Gnome und Elfen zu Hause sind, noch tiefer eigentlich, dort wo ständig Wasser in Höhlen steht und unterirdische Quellen ganze Seen bilden, dort wurde Nessie geboren. Sie war ein sehr ruhiges Kind, aber sie hatte einen Traum. Sie hatte einen ständig wiederkehrenden Traum, der sie sehr unruhig werden lies. Sie träumte, ohne zu wissen, was das denn ist, einen Traum von Farbe. 

In ihrer taglosen Welt, wo alles dunkel oder farblos blaß war, träumte Nessie von Farbe. Als sie größer wurde und sich selbst helfen konnte, ging sie einfach los. Sie schwamm und kroch und buddelte sich an die Erdoberfläche. Es kostete sehr viel Mühe, aber schließlich war sie oben und landete ausgerechnet im Kindergarten Märchenwald. Da gab es ein Wasserbecken, in das sich Nessie stürzte und fürs Erste ganz wohl fühlte.   

Aber sie wuchs und wuchs, und weil es ihr so gut gefiel, wuchs sie immer mehr und hatte bald keinen Platz mehr. Ihren Traum von Farbe hatte sie ganz vergessen, so sehr war sie mit dem neuen Leben und den vielen Kindern um sie herum beschäftigt. So ging sie denn, auf- und abtauchend durch die Scheibe nach draußen und wandte sich in Richtung Hallenbad, wo sie wohl mehr Wasser vermutete.   

Als sie aber von draußen etwas wehmütig zurückschaute, weil es ihr ja eigentlich gefallen hatte, da sah sie drinnen ihr eigenes Schwanzteil abtauchen und das war ja farbig. Das glänzte in rot und gelb und grün und blau und in allen Schattierungen. Das also war Farbe!
Und Nessie sah an sich entlang, soweit sie nur konnte, ohne sich den Hals zu verrenken, und was sie sah war so schön bunt und toll farbig, dass sie nicht mehr weggehen wollte.   

So huschte sie schnell unter dem Zaun hindurch in den Garten, schlug vor lauter Freude mit ihren Stummelflügeln, tauchte ein letztes Mal ab und kam mit ihrem Kopf wieder zum Vorschein, da wo sie heute noch steht - im Kindergarten Märchenwald im Sportplatzweg.

"Nessie" im Kindergarten Märchenwald von Benno Treiber erschaffenzoom
"Nessie" im Kindergarten Märchenwald von Benno Treiber erschaffen
"Nessie" im Kindergarten Märchenwald von Benno Treiber erschaffenzoom
"Nessie" im Kindergarten Märchenwald von Benno Treiber erschaffenzoom
"Nessie" im Kindergarten Märchenwald von Benno Treiber erschaffenzoom
 

Sandsteinbrunnen Leopoldstraße "Die Wege des Rheins"

Der Vorplatz des früheren Rathauses in der Leopoldstraße 40 sollte neu gestaltet werden. Benno Treiber trug an den damaligen Bürgermeister Manfred Will die Idee heran  das Rheintal zwischen Karlsruhe und Rußheim in Form eines Brunnens in Stein hauen zu lassen. Der Künstler wurde mit der Anfertigung eines Modells beauftragt.  
"Im damals schon eingerichteten Museum im alten Rathaus gab es reichlich Pläne, um alles, was man darüber wissen musste, zu erfahren. Also machte ich mich an die Arbeit ein Modell anzufertigen", erzählt Benno Treiber im Rückblick. 

Das Modell befindet sich im Heimatmuseum.
Es fand Gefallen und es wurden Angebote eingeholt mit dem Ergebnis unbezahlbar.    

Benno Treiber gab sich nicht damit zufrieden, dass die Umsetzung seiner Idee an Finanziellem scheitern sollte. Er suchte Wege der Realisierung zu einem für die Gemeinde bezahlbaren Preis.

Über einen Natursteinhändler kam er an die Adresse eines Steinbruches in Adamswiller im Elsass. Er fuhr dorthin, verhandelte mit den Leuten und stellte fest, dass das Projekt nur realisierbar war, wenn er es selbst machen würde. Nun fühlte er sich als Grafiker und Maler nicht gerade als ein Bildhauer mit dem Presslufthammer. Aber in Adamswiller konnte er es probieren, bekam alles Werkzeug und in einer Gattersägenhalle einen Platz für seine Arbeit. 

Nach abermaligen Detailstudien im Heimatmuseum knüpfte er Kontakte zu einer Gieserei in Weingarten, legte das Aussehen der Ortschaften fest, vereinbarte Termine bis zum  Tag des Aufbruches. Mit gemischten Gefühlen fuhr er nach Adamswiller - einer großen persönlichen Herausforderung entgegen.  

In Adamswiller wartete ein 14 Tonnen schwerer und großer Sandstein-Brocken mit den Maßen 5 x 3 x 1,5 Metern auf ihn. Benno Treiber hatte eine feste Vorstellung im Kopf, was aus dem Stein werden sollte. Er machte sich an die Arbeit und baute eine Beziehung zu seinem Stein auf. "Mit der Zeit gewann ich das Gefühl, dass er mich versteht und dass er sogar Stolz darin finden könnte, ein Brunnen zu sein, statt in Gehwegplatten zersägt zu werden", berichtet Benno Treiber anlässlich des Jubiläums 200 Jahre Rheinbegradigung durch Johann-Gottfried Tulla von seinen körperlich sehr anstrengenden Arbeiten, die er in den Monaten März, April und Mai 1990 wöchentlich einige Tage im Steinbruch mit dem Presslufthammer ausführte. 

Die Arbeiten an dem Brunnen hat Michael Martin in seinem Film "Unsere Rheinlandschaft in Stein gehauen" dokumentiert. Die Einweihung 1990 war ein Großereignis in der Gemeinde.

Sandsteinbrunnen Leopoldshafen von Benno Treiber zoom
Sandsteinbrunnen Leopoldshafen von Benno Treiber zoom
Sandsteinbrunnen Leopoldshafen von Benno Treiber
Sandsteinbrunnen Leopoldshafen von Benno Treiber zoom
Sandsteinbrunnen Leopoldshafen von Benno Treiber zoom
 

Genossenschafts-Brunnen Friedrichstraße beim Rathaus

Vor dem Rathaus und gegenüber auf der anderen Straßenseite hat Benno Treiber einen Brunnen geschaffen, der den genossenschaftlichen Gedanken Raiffeisens symbolisiert. 

Bei Mármoles Pemar in Monovar, nahe dem Zentrum der steinverarbeitenden Industrie bei Novelta (Alicante), drechselte und stockte Benno Treiber nahezu 5 Tonnen Granit und Marmor (weil der so schön bunt ist) für den Brunnen und den Rathausplatz in der Friedrichstraße.

Mit der selbst gestellten Aufgabe, den genossenschaftlichen Gedanken Raiffeisens in irgendeiner Form in Stein darzustellen, brach Benno Treiber im März 1992 nach Andalusien auf.

In der verlassenen Goldmine von Rodalquilar fand er Bohrkerne aus recht buntem, spanischen Gestein. Daraus bastelte er ein Brunnenmodell, bei dem aus dem ebenerdigen Pflaster Steinsäulen zu einem Zentrum hin ansteigen. Von unten gespeist, quoll Wasser über und plätscherte an den niedrigen Säulen wieder ab.

Das "Rund", als Wesen des Brunnens, setzt sich über das Pflaster der Gehwege auf die Seite des Rathauses fort und verdichtet sich an der Infosäule und an der Aufgangsrampe zum Eingang des Rathauses.

Die runden Steinsäulen, in unterschiedlicher Form und Farbe, stehen in ihrer gewollten Verschiedenartigkeit für uns Menschen, als Einzelperson, als kleine oder größere Gruppe, als gesellschaftliche oder genossenschaftliche Interessengruppe.

Die auf drei Meter ansteigende Mitte des Brunnens findet ihren Halt nur in den umgebenden, kleineren Säulen (der Gesellschaft).

Einer für alle - alle für einen.

Steinbrunnen Friedrichstraße von Benno Treiber zoom
Steinbrunnen Friedrichstraße von Benno Treiber
Broschüren-Auszug zum Steinbrunnen Friedrichstraße von Benno Treiber zoom
Broschüren-Auszug zum Steinbrunnen Friedrichstraße von Benno Treiber
Broschüre-Auszug zum Steinbrunnen Friedrichstraße von Benno Treiber zoom
 

Mehr zum Künstler Benno Treiber

Kurzbiografie von Benno Treiber,
der von 1967 bis 1994 in Leopoldshafen lebte und wirkte.

  • 1939 in Forchheim geboren, wird er
  • 1964 Schüler, dann Meisterschüler bei Prof. Hein König in München
    arbeitet als Grafiker, gibt Mal-/Bastelkurse für Kinder in Leopoldshafen.
  • 1979 machte seine ersten Serigrafien und 
  • 1980 den ersten handgemachten Siebdruck-Kalender, der bis zum Jahre 2014 jährlich erscheint.
    Er organisiert die ersten Ausstellungen Leopoldshafener Künstler und initiiert den Leopoldshafener Kunstpreis.
  • 1984 bis 1991 arbeitete er immer wieder auf den Kykladeninseln, auf Kreta und dem Berg Athos.
  • 1985 und in den folgenden Jahren gibt es erste Verkaufserfolge.
    Entwürfe der Glasfenster für die Friedhofskapelle in Leopoldshafen.
  • 1990 schlägt er den Brunnen "Die Wege des Rheins" in 14 Tonnen Rotsandstein für den Platz vor dem alten Rathaus in Leopoldshafen.
  • 1992 erste Malreise nach Andalusien.
    Im spanischen Monovar fertigt er den Brunnen für den Rathausplatz in Eggenstein. Auch die Informationssäule mit der farbigen Uhr sind sein Werk.
  • 1994 Studium des Sonnenaufgangs auf La Gomera zur Ausstellung des ersten Schöpfungstages im Kunstverein Bretten.
    Auch die "Nessi" im Kindergarten Märchenwald entsteht in diesem Jahr.
    Ira und Benno Treiber verlegen ihren Wohnsitz nach Altea / Alicante an der Costa Blanca und eröffnen dort die Galerie "Casa del Pajaro".

Die Kalendermotive sind nun spanisch. Alteas Gassen, Ansichten der Marina baja und alta, aber auch die Region um Ronda und die Alpujarras in Andalusien waren Thema der letzten Jahre. Für weltweites Aufsehen sorgten die Kalender der Jahrgänge 1999, 2000, 2001 und 2004 mit Motiven und Texten der Jakobswege und deren Ziel, die Stadt Santiago de Compostela. 

Dem Kalender 2010 mit dem Thema "El Olivo" war eine große Ausstellung im Palao Altea gewidmet. 2014 erschien der letzte Siebdruck-Kalender, ein Kalender im Stile Hundertwassers, nach Texten aus Hölderlins Hyperion. 

  • 2000 Ausstellung des 2ten Schöpfungstages in Santillana del Mar.
  • 2005 große Ausstellung zum 3ten Schöpfungstag im Palao von Altea.
  • 2009 "Erste philatelistische Pilgerreise", eine Kunstbriefmarkensammlung Jakobsweg, mit Bildern und Texten von Benno Treiber.
  • 2010 Ausstellung zum 4ten Schöpfungstag im Atelier auf Pinos.
  • 2012 Ausstellung "Arboles" im Kulturhaus Benissa mit mehr als 70 Bildern von Olivenbäumen.

Zahlreiche Ausstellungen, Veröffentlichungen, öffentliche und private Ankäufe weltweit, mehrere Kunstpreise begleiten den Lebensweg von Benno Treiber.

Benno Treiber bei der Ausstellung Licht & Farbe 2015zoom
Benno Treiber bei der Ausstellung Licht & Farbe 2015
Die bunte Fächeruhr vor dem Rathaus in der Friedrichstraße 32 hat Benno Treiber entworfen.zoom
Die bunte Fächeruhr vor dem Rathaus in der Friedrichstraße 32 hat Benno Treiber entworfen.
Nessi im Märchenwald Benno Treiber zoom
Nessi im Märchenwald Benno Treiber
Benno Treiber Lebenslauf und Werbung für Kalender 2014zoom
 
 

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Hauck, Regine

Referentin des Bürgermeisters

 
Wappen der Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen

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T: 0721 97886-0 • F: 0721 97886-23 • E: info@egg-leo.de

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