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Gemeinsam für mehr Insekten

26.04.2021

Unsere Gemeinde ist zwar von sehr viel Natur in Richtung Rhein und dem Hardtwald umringt, dennoch ist es auch innerörtlich angeraten, die Grünflächenpflege unter ökologischen Aspekten zu optimieren. Darüber sind sich die Mitglieder der Agendagruppe Umwelt (AGU) und die Gemeindeverwaltung einig. Auf Initiative und mit Unterstützung der AGU sind Schilder sowie ein Flyer zur innerörtlichen Grünpflege entstanden.

Grünpflegeflyer Titelseite

Unsere Gemeinde ist zwar von sehr viel Natur in Richtung Rhein und dem Hardtwald umringt, dennoch ist es auch innerörtlich angeraten, die Grünflächenpflege unter ökologischen Aspekten zu optimieren. Darüber sind sich die Mitglieder der Agendagruppe Umwelt (AGU) und die Gemeindeverwaltung einig. Die AGU gibt wesentliche Impulse. Auf ihre Initiative und Unterstützung sind Schilder sowie ein Flyer zur innerörtlichen Grünpflege entstanden, der hier heruntergeladen werden kann. In der letzten Woche haben Mitarbeiter des Bauhofs an verschiedenen Plätzen Schilder aufgestellt, die Aspekte des Konzeptes erläutern. 

Wildbienenschild am Esser-Brunnen, Foto Ralf Schreck AGU
Wildbienenschild am Esser-Brunnen, Foto Ralf Schreck AGU

Zur Verbesserung der Artenvielfalt wurden die Vorgaben zur Pflege der innerörtlichen Grünflächen geändert. Die Häufigkeit der Mähvorgänge wird vermindert, damit Wildkräuter zum Blühen kommen und Insekten und andere Kleintiere Nahrung und Lebensraum zur Vermehrung finden. Deshalb werden auch Teilbereiche von Wiesen längere Zeit stehen gelassen, auch wenn das manchmal etwas „unaufgeräumt“ aussieht. Auf den Umstand, dass absichtlich nicht gemäht wird, weisen die neuen Schilder „Für mehr Insekten“ hin, die diesen Zusammenhang erläutern.

Sollten Sie Fragen zu einzelnen Maßnahmen haben, können Sie sich gerne an das Umweltamt wenden .

Extensiv gepflegte, das heißt selten gemähte Wiesen zählen zu den artenreichen Lebensräumen. Die Wiesen werden nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht und das Mähgut wird wenige Tage danach entfernt. Dadurch werden der Wiese Nährstoffe entzogen, sie wird ausgemagert. Solche Flächen bieten zahlreichen Gräser- und Kräuterarten, darunter auch selten gewordenen Arten, geeignete Lebensbedingungen. 

Hunde sollten wegen des Nährstoffeintrags ihr Geschäft hier nicht verrichten. Aus Rücksicht für Spaziergänger werden schmale Randstreifen entlang der Wege regelmäßig gemäht. 

Der vielfältige Blütenreichtum lockt auch viele Insekten – bunte Schmetterlinge, Wildbienen oder Käfer – an, um hier Nahrung zu suchen oder sich fortzupflanzen. An ausgereiften Blütenständen findet auch mancher Vogel noch das passende Samenkorn.

An verschiedenen Plätzen wie bei der Unterführung in Leopoldshafen und beim schmucken Esser-Brunnen am Ankerberg hat unser Bauhof Schilder „Hier leben Wildbienen“ aufgestellt, die auf das Vorkommen bedrohter Wildbienenarten hinweisen. Am Ankerberg nistet seit Jahren eine Kolonie der bedrohten Frühlingsseidenbienen im Sand. Sie sind jetzt besonders aktiv, denn es ist Paarungszeit. Auch ein Fernsehteam des SWR war einmal hier und hat diese Szenen eingefangen. In der Sendung „Kaffee oder Tee“ wurde es bereits mehrere Male ausgestrahlt. 

Fast 500 Wildbienenarten sind aus Baden-Württemberg bekannt. Alle besuchen ähnlich wie die Honigbiene Blüten und sammeln dort Nektar und Pollen. Sie sind auch für den Menschen wegen der Bestäubung von Obst- und Gemüsepflanzen sehr wichtig. Glücklicherweise finden in unserer Gemeinde noch eine ganze Reihe von Wildbienenarten Nahrung und einen Brutplatz für ihre Fortpflanzung.

Zeitig im Frühjahr können an den Böschungen der Unterführung an der Haltestelle Leopoldstraße Scharen von Frühlingsseidenbienen beobachtet werden. Ab Mai tummeln sich hier Blattschneiderbienen, und Sandbienen graben ihre Brutröhren in den sandigen Untergrund. Die Efeu-Seidenbiene ist im September und Oktober an Blüten des Efeus an der Friedhofsmauer in Eggenstein zu finden.

Die Eckpunkte der innerörtlichen Grünpflege mit extensiv gepflegten Blühwiesen, einigen Wildbienenstandorten sowie besonders intensiver Pflege sind im neuen Grünpflege-Infoblatt zusammengefasst. An repräsentativen Standorten mit viel Publikumsbetrieb erfreuen bunte Zierbeete mit verschiedenen Blumen. Diese Flächen sollen immer schön bunt sein und werden im Winter und im Sommer von unserem Gärtnertrupp mit unterschiedlichen Blumen bepflanzt. Sie erfordern eine intensive Pflege. An mehreren Verkehrsinseln und Fußgängerüberwegen wurden Beete mit Stauden angelegt, deren Bepflanzung dauerhaft ist. Die meisten Stauden vertragen ein paar trockene Sommertage, müssen jedoch bei andauernder Hitze ab und zu bewässert werden. Die Pflege ist weniger aufwendig als beim Repräsentationsgrün und die Flächen blühen trotzdem das ganze Jahr über schön.

Schild zur Inforamtion

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