Hermann Friedrich Uebelhör wurde am 16.12.1921 in Leopoldshafen geboren. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er ab 1936 eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann. Anfang 1940 eingezogen, leistete er seinen Wehrdienst als Angehöriger des Fallschirmjägerregiments 5 ab und geriet 1943 auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz in amerikanische und englische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde.
Für die Freien Wähler zog Hermann Uebelhör 1951 erstmals in den Leopoldshafener Gemeinderat ein. Er erkannte früh die Chancen, die sich aus der -durchaus nicht unumstrittenen- Ansiedlung des ersten deutschen Kernforschungszentrums für die damals (1956) noch sehr ländlich geprägte Gemeinde ergaben. 1962 übernahm er das Ehrenamt des Bürgermeister-Stellvertreters, 1965 folgte er dem erkrankten Bürgermeister Gustav Adolf Hellriegel im Amt. Seit 1971 gehörte er auch dem Kreistag an.
Nach dem Zusammenschluss mit Eggenstein wurde Hermann Uebelhör am 02.12.1974 zunächst zum Amtsverweser und am 09.02.1975 zum ersten Bürgermeister der Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen gewählt. Hermann Uebelhör engagierte sich bei der Pflege deutscher und alliierter Kriegsgräber. 1978 erhielt er das Europäische Kreuz der französischen Nation für seine Bemühungen um die Verbesserung der deutsch-französischen Beziehungen sowie das Kreuz der ehemaligen europäischen Kriegsteilnehmer. 1980 folgte die Verdienstmedaille des Gemeindetags von Baden-Württemberg. Am Vorabend seines 60. Geburtstages wurde ihm schließlich als Gestalter des neuen Leopoldshafen, aber auch als Mitschöpfer der Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen das Bundesverdienstkreuz verliehen. Landrat Bernhard Ditteney nannte den Geehrten bei dieser Gelegenheit einen noblen Mann.
Obwohl schon länger gesundheitlich angeschlagen erlag Hermann Uebelhör nur wenige Wochen nach dem Ende seiner Amtszeit am 15.03.1983 in Karlsruhe völlig unerwartet einem Herzleiden und wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Friedhof in Leopoldshafen beigesetzt. Er hinterließ seine Ehefrau Lotte Johanna (geb. Hellriegel) und einen erwachsenen Sohn. Anlässlich des ersten Todestages von Hermann Uebelhör erhielt die 1977 eingeweihte Sporthalle in Leopoldshafen 1984 seinen Namen.
Im Amt folgen ihm Manfred Will (FDP, 1983-1999), Bernd Stober (Freie Wähler, 1999-2023) und Lukas Lang (parteilos, seit 2023).