Der Hauer bzw. Eckzahn eines Flusspferdes (Hippopotamus amphibius) ist das wohl bedeutendste Objekt in der Fossiliensammlung unserer Museen. Es stammt aus dem Erdzeitalter des Pleistozän, einer relativ langen Warmzeit zwischen den Kältephasen -den Glazialen- zwischen dem Mosbachium und dem Mindelglazial.
In unserer Region ist das Flusspferd in den Erdschichten bei Mauer, einem kleinen Ort in der Nähe von Heidelberg sowie in den Schottern von Mosbach bei Wiesbaden nachgewiesen. Von besonderer Bedeutung ist der Fundzusammenhang mit den für die menschliche Entwicklung so bedeutenden Unterkiefer-Fund des Homo heidelbergensis, einem Vorfahren des wesentlich jüngeren Homo steinheimensis und des Neandertalers. Vor rund 400 000 Jahren lebte der Homo heidelbergensis zeitgleich mit dem Waldelefant (Palaeoloxodon antiquus), dem Waldnashorn (Dicer-orhinus etruscus), dem Säbelzahntiger, dem Löwen, dem Bär, Bison, dem Rothirsch, Wasserbüffel und Wildpferd, in einr warmen und waldreichen Umgebung in der Nähe einer urzeitlichen Neckarschlinge. Die Flusspferdpopulation muss sich über die Rhône-Rhein-Rinne bis in unsere Region ausgebreitet haben. Es sind jedoch nur wenige Funde aus dem Oberrheingraben bekannt.