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Neu-Siwatz

Neu-Siwatz entstand nach den Verheerungen der Türkenkriege des 17. Jahrhunderts als planmäßige Ansiedlung im Königreich Ungarn. Gezielt wurden im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation Siedler für die habsburgischen Erblande angeworben, dabei unter dem aufgeklärten Kaiser Joseph II. (regierte 1780-1790) erstmals auch evangelische und reformierte Christen zugelassen.

Die Gründung von Neu-Siwatz 1786 ist eng mit dem Namen von Johann Eimann verbunden. Die Familie Eimann stammte ursprünglich aus der Schweiz und wanderte in die Pfalz ein. Johann Eimann wurde 1764 als jüngerer Sohn von Peter Eimann und dessen Ehefrau Barbara (geb. Fritz) in Duchroth geboren. Nach dem Tod des Vaters 1780 zerschlugen sich die Pläne eines Studiums an der Universität Heidelberg. Stattdessen erlernte Johann Eimann 1781-1783 das Müllerhandwerk bei seinem Stiefbruder, arbeitete anschließend als Lehrer in Sobernheim. Da ihm als Mennonit eine Anstellung als Kanzleischreiber verwehrt blieb, wanderte er 1785 mit seiner Braut Elisabeth Heinrich (1768-1817) nach Ungarn aus. Dort erhielt er die Stellung des Baukanzlisten des Kulaer Rentamtes und wurde mit der Vollendung des halbfertigen Kolonistendorfes Neuwerbaß betraut. Bei der lebenswichtigen Entwässerung der überschwemmten Gebiete spielte er eine wichtige Rolle. Johann Eimann übernahm 1789 das Lehramt in Neu-Siwatz und behielt diese Stelle bis 1792. Von 1793 bis 1826 war er als Gemeindenotar tätig. 1820 schrieb Eimann ein Buch über die josefinische Kolonisation der Batschka mit dem Titel Der deutsche Kolonist, oder die deutsche Ansiedlung unter Kaiser Joseph dem Zweiten in den Jahren 1783 bis 1787 absonderlich im Königreich Ungarn in dem Bacser Comitat.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Untergang Österreich-Ungarns fiel Neu-Siwatz an das neu entstandene Königreich Jugoslawien. Heute gehört Neu-Siwatz (Sivac) zu Serbien. Am 08.10.1944 musste die deutschstämmige Bevölkerung von Neu-Siwatz auf behördliche Anweisung vor den immer näher kommenden sowjetischen Truppen fliehen. Die Flüchtlinge landeten schließlich in Karlsruhe-Knielingen, wo sie in einer ehemaligen Wehrmachtskaserne untergebracht wurden. Von dort erfolgte die Verteilung auf mehrere Dörfer im Landkreis Karlsruhe - darunter Neureut, Eggenstein, Linkenheim, Hochstetten, Grötzingen und Weingarten.

Ortsplan von Neu-Siwatz