Bei dieser kleinen römischen Tierfigur aus Bronze handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Weihegabe, die in der Zeit um 200 n. Chr. an einem Altar niedergelegt wurde. Solche Weihegaben in Form von Pferden, Kühen, Schafen oder eben auch Ziegen sollten den Viehbestand des bäuerlichen Haushaltes vor Krankheit und Unglück schützen - oder dienten als Dankspenden für glücklich überstandene Krankheiten. Die Sitte, geweihte Tierfiguren in Tempeln oder in den Laren (den guten Geistern des Hauses) geweihten Hausaltärchen niederzulegen, hat sich vor allem im alpinen Raum bis in die Neuzeit -etwa um 1800- erhalten.
Gefunden wurde diese Ziegenfigur in der Eggensteiner Kiesgrube Hötzel. Beim klassischen Kiesbaggern gehen kleine Metallobjekte meist unbemerkt verloren.