Bei dem um 1600 erbauten Fachwerkhaus handelt es sich vermutlich um das Wohnhaus eines Fischers, der hier direkt am Abhang zum Tiefgestade sein Anwesen mit kleiner Scheune und Stallung sowie einem Holzschopf erbaut hatte. Das Haus wurde während des Dreißigjährigen Krieges oder 1689 durch Brand beschädigt und beim Wiederaufbau aufgestockt, wie die zwei horizontalen Querversteifungen des Fachwerks im Obergeschoss vermuten lassen. 2012 erwarb die Gemeinde das wahrscheinlich älteste noch umfassend erhaltene Wohnhaus in Eggenstein, ließ die Scheune neu eindecken und die Fenster erneuern. Alle Sanierungsarbeiten im Inneren erfolgten in ehrenamtlicher Arbeit durch Mitglieder der Agendagruppe Ortsgeschichte.
Im ehemaligen Wohnhaus entstand unter tätiger Mithilfe der HOG Siwatz e.V. Eggenstein die Rekonstruktion einer donauschwäbischen Küche, die Teilrekonstruktion einer Stube und eine Großvitrine mit Trachten und Sachobjekten zur Geschichte des ehemaligen Heimatortes vieler in Eggenstein sesshafter Heimatvertriebener und Flüchtlingen.
Auch die Themen Auswanderung von Ortsbürgern nach Russland und Amerika werden hier kurz erwähnt. Thematisch gehört dazu die in der ehemaligen Waschküche des Anwesens entstandene Rekonstruktion einer Notunterkunft, wie sie in den ehemaligen Barackenlagern des Reichsarbeitsdienstes ab 1946 zur Erstaufnahme von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen benutzt wurde. Eine große Zahl von Notprodukten zeugt vom Ideenreichtum der fast mittellosen Neubürger, die sich mit der Herstellung von Gebrauchsgeräten und nicht ganz legalen Tabakprodukten über Wasser halten mussten.
Im Obergeschoss des Hauptgebäudes geht es neben einer kleinen Übersicht über die archäologischen Funde aus unserer Gemeinde vor allem um die Darstellung der Entwicklung der Gesamtgemeinde von einer bäuerlich-handwerklich geprägten Arbeitswelt zu einer sich im Laufe des 19. Jahrhunderts stetig entwickelnden Industrialisierung der Stadt Karlsruhe und der stadtnahen Gemeinden. Vor allem die Ziegeleien und der wichtige Hafen in Schreck/Leopoldshafen spielten für die wirtschaftliche Entwicklung Eggensteins eine große Rolle. Ziegeleibesitzer wie z. B. der Bürgermeister und spätere Landtagsabgeordnete Ludwig Neck erbauten die ersten Villen im Dorf und pflegten eine fast großbürgerliche Lebensweise.
In der ehemaligen Scheune und Stallung fanden an über zwanzig Einzelstationen Werkzeuge, Geräte, Maschinen und Produkte der früher im Dorf ansässigen Handwerksbetriebe, Bäckereien und Gastwirtschaften ihren Platz. Eine besondere Stelle nimmt dabei die von dem Eggensteiner Wagner Friedrich Heyl (Patent-Heyl) erfundene und sogar patentierte und nur noch in einem Exemplar komplett erhaltene Radmaschine ein.
Die Museen der Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen sind seit 2021 Mitglied im deutsch-französischen PAMINA-Museumsverbund.
Öffnungszeiten
| Tag | Uhrzeit |
|---|---|
| Sonntag | 11 - 16 Uhr |
Eintritt frei
Führungen nach Vereinbarung
Das Heimathaus Eggenstein ist nicht barrierefrei.