Die Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen arbeitet aktiv daran, Mobilität, Klimaschutz und Lärmschutz vor Ort zu verbessern. Im Rahmen eines Förderprogramms des Landes Baden-Württemberg erstellt die Gemeinde derzeit einen Aktionsplan, um nachhaltige Mobilität zu stärken, Lärm zu reduzieren und umweltfreundliche Verkehrsangebote auszubauen. Der Fokus liegt dabei den Themen Rad- & Fußverkehr, Elektromobilität, Ladeinfrastruktur und Carsharing, Klimaschutzorientiertes Parkraummanagement und Begrünung im Straßenraum.
Der Verkehrssektor in Baden-Württemberg verursacht aktuell rund ein Drittel der CO₂-Emissionen. Das Klimaschutz- und Klimaanpassungsgesetz (KlimaG BW) legt klare Ziele fest:
- 55 % Reduktion der Treibhausgase im Verkehrsbereich bis 2030
- Klimaneutralität bis 2040
Ablauf des Aktionsplans
1. Bestandsaufnahme:
Erfassen der aktuellen Verkehrssituation und Identifikation von Bereichen, in denen Handlungsbedarf besteht.
2. Bürgerbeteiligung:
Alle Bürgerinnen und Bürger können Ideen und Wünsche einbringen.
3. Maßnahmenplanung:
Entwicklung konkreter Maßnahmen für nachhaltige Mobilität.
4. Umsetzung und Monitoring:
Schrittweise Umsetzung und regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit.
Rückblick: Bürgerworkshop Mobilität
Rund 40 Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen sowie einige Mitglieder des Gemeinderates kamen am Montag, 23. März, in der Rheinhalle zusammen, um beim „Bürgerworkshop Mobilität“ über die zukünftige Verkehrsentwicklung in Eggenstein-Leopoldshafen zu diskutieren. Die Veranstaltung ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum Aktionsplan für Mobilität, Klima- und Lärmschutz, der derzeit gemeinsam mit dem Planungsbüro endura kommunal erarbeitet wird.
Bereits die Online-Befragung Ende des vergangenen Jahres – an der über 500 Personen teilnahmen – hatte gezeigt, wie sehr das Thema Mobilität unsere Gemeinde bewegt. Der Workshop knüpfte nun daran an und bot Raum für vertiefende Gespräche, neue Impulse und den direkten Austausch zwischen Verwaltung und Bürgerschaft.
Bürgermeister Lukas Lang eröffnete den Abend und dankte allen Anwesenden für ihr Engagement. Im Anschluss stellte Lena Jägle von endura kommunal die wichtigsten Ergebnisse der Online-Befragung vor, bevor die Bürgerinnen und Bürger an mehreren Thementischen in Kleingruppen arbeiteten. Im Mittelpunkt standen die Bereiche Parken, Rad- und Fußverkehr, innerörtliche Gestaltung sowie Verkehrsberuhigung.
Die Gespräche waren intensiv, offen und von gegenseitigem Respekt geprägt. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer brachten konkrete Hinweise und persönliche Erfahrungen ein – vom täglichen Pendler über Familien bis hin zu Seniorinnen und Senioren, die sich sichere Wege wünschen. Dabei wurde auch deutlich, dass Mobilität ein Thema ist, bei dem viele Veränderungen begrüßt werden, diese aber nur gelingen können, wenn wir alle bereit sind, auch die eigene Rolle im Verkehr zu überdenken. Oft zeigt sich, dass Verständnis für Maßnahmen besonders dann herausfordernd ist, wenn sie das eigene Verhalten betreffen. Umso wertvoller ist es, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die möglichst vielen Bedürfnissen gerecht werden und den Blick für die Perspektiven anderer schärfen.
Im konstruktiven Austausch zeigte sich deutlich, welche Themen die Menschen im Alltag besonders bewegen. Immer wieder ging es um freie Gehwege und den Wunsch nach weniger zugeparkten Bereichen, ebenso um die stärkere Nutzung privater Stellplätze und Garagen, um den öffentlichen Raum zu entlasten. Auch der Zustand und die Sicherheit der Radwege spielten eine große Rolle – viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich besser ausgebaute Verbindungen. Darüber hinaus wurden Verbesserungen im Fußverkehr angesprochen, etwa durch barrierefreie Querungen oder übersichtlichere Wegeführungen. Hier finden Sie einige Impressionen der Ergebnisse des Workshops:
2026_03_30_Fotoprotokoll_Buergerworkshop_Mobilitaet-1.pdf
Ein zentrales Anliegen war zudem die gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr, unabhängig davon, ob man zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto unterwegs ist. Mobilität betrifft uns alle. Unterschiedliche Bedürfnisse treffen dabei zwangsläufig aufeinander. Umso wichtiger ist es, einander zuzuhören, Verständnis für andere Perspektiven zu entwickeln und im Alltag Rücksicht zu nehmen. Nur so kann ein Miteinander entstehen, das unserem Gemeindemotto „Wohlfühlen in Vielfalt“ gerecht wird.
Die Anregungen aus dem Workshop fließen nun in die weitere Ausarbeitung des Aktionsplans ein – selbstverständlich unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben der Straßenverkehrsordnung sowie der finanziellen und räumlichen Möglichkeiten. Die Gemeindeverwaltung bedankt sich herzlich für die rege Beteiligung und freut sich darauf, den begonnenen Dialog fortzuführen.