Die Fusion der Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen ist im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg am 17. Mai 1974 vereinbart und am 1.12.1974 vollzogen worden.
Seinerzeit schlossen sich die Gemeinde Eggenstein und die Gemeinde Leopoldshafen zur neuen Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen zusammen.
Die Gemeinde Eggenstein wird urkundlich erstmals im Jahre 766, im sogenannten "Lorscher Kodex" erwähnt. Bis Mitte der 50ger Jahre hatte die Gemeinde Eggenstein eine bäuerliche Struktur. Seinerzeit waren in Eggenstein über 30 Gärtnereien registriert, die täglich mit ihren Frischangeboten von Gemüse, Salat und Blumen die Märkte der Umgebung belieferten. Aufgrund der Vielzahl von Gärtnereien sprach man vom Gärtnerdorf Eggenstein.
Nach dem 2. Weltkrieg begann auch in Eggenstein ein wirtschaftlicher Aufschwung, der auch zu einem Wandel in der Struktur führte. Die Nähe zu Karlsruhe, die vorhandene gute Infrastruktur und das Angebot an preiswertem Bauland führte zu einer wesentlichen Erweiterung des Wohngebietes. Auch die Nachfrage nach günstig gelegenem Bauland für klein- und mittelständische Betriebe zwang die Gemeinde, ehemals landwirtschaftlich genutzte Flächen im südwestlichen Ortsrand von Eggenstein für diese Zwecke zur Verfügung zu stellen, um einerseits im Ortskern ansässigen Firmen eine Aussiedlung mit besseren Entwicklungsmöglichkeiten und andererseits Firmenneugründern den Aufbau ihrer Betriebe ermöglichen zu können.
Die Gemeinde Leopoldshafen geht auf eine hochmittelalterliche Gründung oder Rodung vor 1100 zurück. Urkundlich erwähnt wurde sie erstmals im Jahre 1160 mit dem Namen des Hofes "Schräg" oder "Schreke" für das spätere "Schröck", was nach dem damaligen Sprachgebrauch soviel wie "Ort am Hochufer" bedeutete. Nach höchster Kabinettsitzung am 31.05.1833 verlieh Großherzog Leopold von Baden der Gemeinde Schröck den Namen "Leopoldshafen". Auf der Gemarkung Leopoldshafen wurde der erste Karlsruher Rheinhafen erbaut, der bis Anfang des 20. Jahrhunderts eine bedeutende wirtschaftliche Funktion in der Region hatte. Die Entfernung zu Karlsruhe, der fehlende direkte Eisenbahnanschluß und insbesondere die ständige Verlandung führten zur Aufgabe des Hafens. Mit der Ansiedlung des Forschungszentrums Karlsruhe auf Gemarkung Leopoldshafen im Jahre 1956 begann eine rapide Aufwärtsentwicklung. Leopoldshafen, bisher ebenfalls von einer bäuerlichen Struktur geprägt, wurde zu einer modernen Wohngemeinde.
Das Forschungszentrum Karlsruhe stellt nach wie vor ein bedeutender Wirtschaftsfaktor nicht nur für Eggenstein-Leopoldshafen, sondern auch für die benachbarten Gemeinden dar. Der ohnehin schon bestehende hohe Wohnwert von Eggenstein-Leopoldshafen wurde Ende 1986 mit dem Anschluß an das Straßenbahnnetz der Stadt Karlsruhe noch erweitert. Mit modernen Zügen und zu vertretbaren Preisen besteht heute nicht nur eine Anbindung an das Oberzentrum Karlsruhe, vielmehr sind auch Fahrten in den nördlichen Schwarzwald, in den Kraichgau und in die benachbarte Pfalz möglich.
Insgesamt werden in Eggenstein-Leopoldshafen , Stand: Juni 1996, 6.839 Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt. Von insgesamt 5.548 in Eggenstein-Leopoldshafen wohnhaften Arbeitnehmern haben 1.466 ihren Arbeitsplatz in der Gemeinde, die restlichen 4.082 müssen nach Karlsruhe und in die nähere Umgebung pendeln.
In den vergangenen 40 Jahren haben sich beide Ortsteile um mehr als 400% vergrößert. Auch dies ist ein Beweis dafür, daß es sich in Eggenstein-Leopoldshafen gut leben läßt.

