Flora

Florazoom
 
 

Ambrosia

Eingeschlepptes Traubenkraut (Ambrosia) breitet sich aus

-gesundheitliche Risiken wahrscheinlich


Ambrosien-Funde an die zuständigen Behörden melden

Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart weist darauf hin, dass sich das in Nordamerika heimische Traubenkraut (Ambrosia) in einigen Gebieten Deutschlands ausbreitet, u.a. in Baden-Württemberg. In verschiedenen süd- und südosteuropäischen Ländern hat sie sich z. T. bereits schon stark ausgebreitet und wird in den letzten Jahren vermehrt auch in Mitteleuropa nachgewiesen. Gesundheitliche Risiken durch die Ambrosia sind wahrscheinlich. Die Pollen dieser Pflanze besitzen ein hohes allergenes Potential. Die bisherigen Untersuchungen haben gezeigt, dass die Ambrosie auch in Baden-Württemberg, insbesondere im Rheingraben, große, individuenreiche Vorkommen bildet und sich an einigen Stellen ausbreitet. Die Bevölkerung wird gebeten, Ambrosien-Funde an die zuständigen örtlichen Behörden und in Baden-Württemberg an die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW), Griesbachstr. 1, 76185 Karlsruhe, Tel.: 0721/5600-1222, Mail: Harald.Gebhardt@lubw.bwl.de zu melden. Zur eindeutigen Identifizierung der Art wird gebeten, der Fundmeldung möglichst ein Foto beizufügen.

In einer Untersuchung von Schulkindern konnte kürzlich gezeigt werden, dass auch in Baden-Württemberg bereits eine deutliche Sensibilisierung gegen Bestandteile von Ambrosiapollen besteht. Obwohl gegenwärtig noch nicht endgültig einzuschätzen ist, welches gesundheitliche Risiko von den Pollen dieser Pflanze ausgeht, muss präventiv gehandelt werden. Es gilt, das Maß der Ausbreitung von Ambrosia in Deutschland festzustellen, sowie die Ambrosia-Pollenkonzentration in der Umgebungsluft und deren Auswirkung auf Allergien und Atemwegserkrankungen zu ermitteln. Das Umweltministerium Baden-Württemberg fördert seit 2006 ein Verbundprojekt der Projektgruppe Biodiversität und Landschaftsökologie (Friedberg) mit dem Deutschen Wetterdienst (Freiburg), dem Landesgesundheitsamt im Regierungspräsidium Stuttgart und dem ZAUM-Zentrum Allergie und Umwelt (TU München), in dem mehr Sicherheit bezüglich der Einschätzung dieser Fragen geschaffen werden soll.

Als Pionierpflanze wächst die Art besonders auf offenen Böden. Ein Haupteintragsweg für die einjährige Pflanze ist mit Ambrosia-Samen verunreinigtes Vogelfutter. Dieses wird z. T. auch zur Aussaat verwendet, wodurch die Ambrosia-Samen auch auf Flächen außerhalb von Gärten gelangen (z. B. auf Äcker, Wildäcker) und sich die Art bei geeigneten Wuchsbedingungen ausbreiten kann. Über an Bau- und landwirtschaftlichen Maschinen anhaftende Samen bzw. mit ambrosiasamenhaltiger Erde kann die Pflanze großflächig und über größere Distanzen ausgebreitet werden. Gegenwärtig kommt in Deutschland dem luftgetragenen Ferntransport der Ambrosia-Pollen, die in Baden-Württemberg voraussichtlich aus Südfrankreich stammen, noch die größte Bedeutung zu.

Die von den Ambrosia-Pollen ausgehenden gesundheitlichen Risiken bezüglich allergischer Reaktionen sind für Deutschland bisher nicht sicher einzuschätzen, da bei der Allergie-Testung viele Korbblütler wie auch der Beifuß und der Wermut sowie auch andere Allergene ähnliche Reaktionen bedingen und nicht zu unterscheiden ist, worauf eine positive Reaktion bei der Testung zurückzuführen ist. Da die Ambrosie relativ spät im Jahr blüht (Juli – Oktober) und dadurch die Zeit möglicher allergischer Reaktionen bei betroffenen Allergikern fast auf das ganze Jahr ausgedehnt werden könnte, muss im Sinne der Prävention angestrebt werden, die Ausbreitung dieser Pflanze in Deutschland zu verhindern.

Es wird nicht möglich sein, die Ambrosie vollständig aus Deutschland zu entfernen, aber es bestehen derzeit noch gute Chancen bei verantwortlichem Handeln, die Ausbreitung der Pflanze in einem ähnlichen Umfang zu halten wie bisher, weil die Art in den meisten Gebieten bislang noch relativ selten ist. Findet man Ambrosia-Pflanzen, sollte man diese möglichst vor der Blüte mitsamt ihrer Wurzel aus dem Boden ziehen. Da manche Menschen mit einer Kontaktallergie auf Inhaltstoffe der Ambrosia reagieren, sollten hierbei vorsichtshalber Handschuhe getragen werden. Blüht die Pflanze, sollte man zusätzlich einen Mundschutz verwenden. Die ausgerissenen Pflanzen sollten in einer Plastiktüte mit dem Hausmüll entsorgt und nicht auf den Komposthaufen gegeben werden, um zu verhindern, dass Ambrosia-Samen in den Kompost gelangen.

Die Ambrosie wird häufig mit anderen Pflanzenarten, insbesondere aber mit dem Gemeinen Beifuß (Artemisia vulgaris) verwechselt. Im Gegensatz zu diesem hat die Ambrosie filigrane, beidseitig grüne Blätter (Beifuß unten silbriggrau und oben dunkelgrün) und einen behaarten Stängel (Beifuß unbehaart).

Weitere Informationen:

www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/26311/

www.ambrosiainfo.de

Jakobskreutzkraut

Jakobskreuzkraut - die gelbe Gefahr


Seit einiger Zeit bereitet uns die Ausbreitung des Jakobskreuzkraut im Regierungsbezirk Karlsruhe große Sorgen. Die Pflanzen fallen jetzt an Straßenrändern und noch ungemähten Wiesen durch ihre leuchtend gelben Blüten, rot angefärbten Stängel und den hohen Wuchs auf.

Es handelt sich dabei um eine alte heimische Pflanze, die allerdings hoch giftig ist und v.a. bei Pferden zu Vergiftungen führt. Die Giftstoffe sind in der ganzen Pflanze und zwar sowohl in frischen Pflanzen als auch in Heu und Silage vorhanden. Junge Pflanzen enthalten keine Bitterstoffe, so dass sie von Weidetieren gefressen werden.

Diese Stoffe aus der Gruppe der Alkaloide verursachen Lebervergiftungen, wobei auch die längere Aufnahme von kleinen Mengen zu Vergiftungen führt, da die Giftstoffe sich in der Leber anreichern. Die Symptome können erst nach Wochen oder Monaten auftreten, führen dann aber fast unweigerlich zum Tod. Flächen mit Jakobskreuzkraut dürfen daher auf keinen Fall beweidet werden, Aufwuchs von diesen Flächen darf weder frisch noch als Heu oder Silage verfüttert werden!

Auch beim Menschen sind schon einzelne Vergiftungsfälle bekannt geworden. Hier erfolgte die Aufnahme durch Verunreinigungen im Salat oder durch Gesundheitstees.

Die Verbreitung der Pflanzen erfolgt über Samen, die, wie beim Löwenzahn, über den Wind verbreitet werden und bis zu 150.000 Stück pro Pflanze betragen können. Die Hauptblütezeit ist Juli bis August.

Eine weitere Ausbreitung muss unbedingt verhindert werden. Jeder Tierhalter sollte seine Tiere vor der Gefahr der Vergiftung schützen. Problematisch sind hier extensiv genutzte Wiesen und Weiden, insbesondere Pferdeweiden, sowie Flächen ohne Nutzung wie Stillegungen, Straßenränder und Böschungen, da diese oftmals erst spät gemäht werden und dadurch zur Verbreitung beitragen.

Sie können mithelfen, die weitere, unerwünschte Ausbreitung des Jakobskreuzkrautes einzudämmen.
Flächen mit starkem Auftreten von Jakobskreuzkraut sollten kurz vor oder während der Blüte gemäht oder gemulcht werden. Zu diesem Zeitpunkt sind noch keine Samen ausgefallen und durch den Wind verbreitet, die Mutterpflanze wird jedoch so stark geschwächt, dass sie meist im Folgejahr nicht mehr austreibt. Einzelne Pflanzen können durch Ausreißen beseitigt werden, dabei sollten unbedingt Schutzhandschuhe getragen werden. Gemähte oder ausgerissene Pflanzen müssen von Weideflächen unbedingt entfernt werden. Diese können dem Restmüll beigegeben oder, solange keine Samen vorhanden sind, kompostiert werden.

Für Frage steht Ihnen der Pflanzenschutzdienst am Regierungspräsidium Karlsruhe

Tel.: 0721/926-5173 sowie das Landwirtschaftsamt im Landratsamt zur Verfügung.



Weitere Informationen:

www.jacobskreuzkraut.de

Lorbeerkirsche

Lorbeerkirsche

Die Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus, syn.: Laurocerasus officinalis) wird meist irreführend als "Kirschlorbeer" bezeichnet.

Mit dem Gewürzlorbeer (Laurus nobilis, Echter Lorbeer) ist sie jedoch nicht verwandt, auch wenn ihre Blätter aufgrund ihrer Form an das Lorbeerblatt erinnern.
Es ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie stammt ursprünglich aus Kleinasien. Ihren Trivialnamen erhielt diese Pflanzenart einerseits aufgrund ihrer kirschartigen Steinfrüchte, andererseits wegen der lorbeerähnlichen Blätter. Ihre Sorten werden als weitgehend frostharte Ziersträucher in Parks und Gärten verwendet.

Die Lorbeerkirsche ist ein immergrüner Strauch oder Baum, der Wuchshöhen bis zu 7 Meter erreicht. In strengen Wintern mit Temperaturen im Bereich von -20 °C erfrieren alle Blätter und ein großer Teil der Äste. In den meis-ten Fällen treibt die Pflanze wieder neu aus. Die 8 bis 15 cm langen Laubblätter ähneln in ihrer Form dem Echten Lorbeer (Laurus nobilis), worauf die inkorrekte Bezeichnung als „Kirschlorbeer“ zurückgeht.
Die angenehm duftenden Blüten erscheinen zwischen April und Juni und stehen zu vielen in endständigen, traubigen Blütenständen zusammen.
Die anfangs grünen kugeligen Früchte sind in der Reife schwarz.

Lorbeerkirsch-Sorten werden als weitgehend frostharte Ziersträucher in Parks und Gärten verwendet. Abgesehen von kleinwüchsigen Sorten ist das Gehölz aufgrund seiner Wuchsfreudigkeit ohne regelmäßigen Schnitt unge-eignet für kleine Gärten, da es in kurzer Zeit einen großen Standraum belegen und sich zudem durch Selbstaus-saat bei günstigen Standortbedingungen schnell zu einer Art „Unkraut“ entwickeln kann. Dies ist besonders problematisch, wenn sich die Pflanze im Unterholz der Wälder ausbreitet und so die einheimische natürliche Vegetation verdrängt. Darum ist die Lorbeerkirsche in vielen Gegenden auf der Schwarzen Liste der Neophyten aufgeführt und sollte außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets nicht mehr angepflanzt werden. Lorbeer-kirsch-Pflanzen gedeihen auch auf unwirtlichen Plätzen. Sie wird sowohl solitär oder als Heckenpflanze ver-wendet.

Neben der Nutzung als Zierpflanze hat die Lorbeerkirsche inzwischen auch eine wichtige Funktion in der Restaurierung und Präparation erlangt. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts dienen die Blätter mit einem möglichst hohen Anteil an Blausäure dem Aufweichen oder Geschmeidigmachen organischer Materialien – ohne dabei Wasserschäden zu verursachen. Beispielsweise kann man getrocknete Insekten wieder beweglich bekommen, wenn man sie einige Tage über den zerschnittenen Blättern in einem geschlossenen Gefäß aufbewahrt (Blätter täglich austauschen und direkten Kontakt vermeiden). Auch lange gefaltete Stoffe, wie man sie aus Gräbern kennt, lassen sich mit dieser Methode wieder geschmeidig machen. Wiederentdeckt wurde die Methode in den 1990er Jahren von Klaus Wechsler (Überseemuseum).

Frische, reife Früchte schmecken süß mit bitterem Nachgeschmack. In der Türkei wird die Lorbeerkirsche wegen der Früchte kultiviert. Diese werden dort als Trockenfrüchte verzehrt. Das Fruchtfleisch kann zu Marmelade oder Gelee verwertet werden.
Die Samen enthalten - wie bei fast allen Früchten der Gattung Prunus - Prunasin, ein cyanogenes Glykosid. Im Magen entwickeln zer-/gekaute Samen die giftige Blausäure. Nach Aufnahme von Blättern oder bis zu 10 Samen kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Tachykardie und Krämpfen kommen. Bei mehr als 10 Samen können Herz- und Atemstillstand eintreten. Beim Kochen aber werden die Blausäureverbindungen zerstört. Blätter und Samen enthalten mehr Prunasin als das Fruchtfleisch.
Kirschlorbeer ist giftig für Pferde, Rinder und Kühe, Schweine, Hunde und Katzen, Nager, wie Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster, aber auch für Vögel. Eine Vergiftung zeigt sich in Speichelfluß, Reizungen der Schleimhäute, Magen- und Darmstörungen, Erregung, Atemproblemen; bei starker Vergiftung kommt es zu Atem-lähmung. Die tödliche Menge für Rinder beträgt 500 - 1000g Kirschlorbeer-Blätter pro Kilo Körpergewicht der Tiere.

Maulbeerschildlaus

Maulbeerschildlaus


Jeder Befall oder Befallsverdacht sollte sofort der zuständigen Pflanzenschutzdienststelle gemeldet werden!


Die Bekämpfung der Maulbeerschildlaus ist sehr schwierig. Vor allem die ausgewachsenen Weibchen scheinen sehr widerstandsfähig gegen zahlreiche Insektizide zu sein. Winter- oder Austriebsspritzungen mit Ölen haben keinen oder nur geringen Erfolg.

Ölbehandlungen im Oktober auf die befruchteten, überwinternden Weibchen sollen nach ausländischen Erfahrungen dagegen recht gute Wirkung haben, reichen aber als alleinige Bekämpfungsmaßnahme nicht aus. Das empfindlichste Stadium dürften die Larven sein. Der Schlupf der Larven der 1. Generation erfolgt Mitte Mai bis Anfang Juni, der Larven der 2. Generation ab Mitte Juli bis Anfang August. Zur Bekämpfung der Larven werden noch verschieden Mittel geprüft. Bei Befall ist unbedingt eine Beratung durch den zuständigen Pflanzenschutzdienst anzufordern.

Vor Behandlungen den Befallsdruck reduzieren. Mit Hochdruckreiniger, Wasserstrahl, Schwamm den Befallsdruck von oben nach unten abspritzen.
Mit Zudosierung von Neudosan bekommt man eine bessere Ablösewirkung.

Behandlungen:
Oktober:
1%ig Neudosan (Kaliseife) und 1%ig Rapsöl/Mineralöl gegen überwinternde Weibchen.

Mitte Mai bis Anf. Juni schlüpfen Larven der 1. Generation
Mitte Juli bis Anf. August schlüpfen Larven der 2. Generation

Zeitpunkt des Larvenschlupfes bestimmen
Larven L1 mit (doppelseitigem) Klebeband fangen
1. Ende März
2. Anfang Juli
Klebeband muss fest anliegen, sonst kriechen die Larven unten durch
Schlüpfen die Larven (Lupe, Binokular). Ab diesem Zeitpunkt wiederholt:

Hausgarten:
Neo Nicotinoide wirken, aber die zugelassenen Mittel für den Hausgarten z.B. Careo, sind zu niedrig dosiert für eine ausreichende Wirkung.
Bayer Garten Kombi Schädlingsfrei

Empfehlung:

1%ig Neudosan (Kaliseife) und 1%ig Rapsöl/Mineralöl mischen und spritzen.

Männchen der 2. Generation fliegen Mitte August bis Anf. Oktober
Befr. Weibchen überwintern (sehr insektizid resistent).


Wappen der Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen

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