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Vortrag zur Sonderausstellung "Wirtschaftswunder"

Die Sonderausstellung im Heimatmuseum endet mit einem krönenden Abschluss. Dr. Christine Beil wird zum Thema "Not macht erfinderisch: Flicken, Reparieren und Umnutzen von Dingen in Kriegs- und Nachkriegszeiten" einen lebendig erzählten Vortrag halten.

Ort
Heimatmuseum Leopoldstraße 12

Veranstalter
Gemeinde

Termine
Fr, 25.11.2016, 19:00 Uhr


Im Heimatmuseum ist noch bis zum 27.11.16 die Sonderausstellung „Der Weg ins Wirtschaftswunder. Von Trizonesien zur Bundesrepublik und zur DDR“ zu sehen.

Zum Ende der Ausstellung laden wir Sie ins Heimatmuseum zum Vortrag ein von Dr. Christine Beil,  Historikerin und Kulturwissenschaftlerin aus Eppelheim. Er gibt Einblicke in die vielfältige Welt der Kriegsimprovisationen, des Flickwerks und der Surrogate und ordnet dieses Phänomen kulturwissenschaftlich ein.

In Notzeiten wie den beiden Weltkriegen oder während der Nachkriegsjahre funktionierte kaum ein Bereich des Alltags noch reibungslos. Angesichts des allgegenwärtigen Mangels waren die Menschen darauf angewiesen, sich selbst zu helfen. Schuhe und Kleidung wurden geflickt, kaum ein Gegenstand wurde nicht repariert oder zu etwas Neuem umgearbeitet – wie der berühmte Stahlhelm, aus dem ein Kochtopf wurde. Die Industrie wiederum arbeitete fieberhaft an Ersatzstoffen: Kaffeeersatz, Ersatzöl, Ersatztextilien. Sparen wurde zum „patriotischen Akt“ erhoben. Ersatz-Produkte spielten eine so große Rolle in Deutschland, dass „Ersatz“ gar als Lehnwort ins Französische und Englische einfloss. Schließlich eine besondere Form der Umgestaltung von Gegenständen: die Trenchart. Aus an der Front vorgefundenen Gegenständen fertigten die Soldaten im Schützengraben, in Lazaretten und Kriegsgefangenenlagern dekorative und nützliche Gegenstände wie Vasen und Schmuck oder Löffel und Brieföffner. Diese Objekte haben nichts mit dem Hurra-Kitsch der Propaganda zu tun, sondern können als Ausdruck der Erfahrungswelt und Seelenlage der Männer an der Front gelesen werden.

Sonderausstellung
Thematisch spannt Museumsleiter Wolfgang Knobloch mit der Ausstellung einen Bogen von den ersten Care-Paketen, dem erfolgreichen Wiederaufbau, der beginnenden deutschen und europäischen Teilung (Eiserner Vorhang und Kalter Krieg) über das veränderte Selbstverständnis der Jugend bis hin zu den -auch noch unsere Gegenwart- nachhaltig prägenden Einflüssen amerikanischer Lebensart.

Im umfangreichen Begleittext erfährt der interessierte Besucher zum Beispiel, dass die deutsche Nationalhymne bis Mitte der 1950er Jahre verboten war. Bei offiziellen Anlässen wurde stattdessen Beethovens „Ode an die Freude“ gespielt - heute immerhin Europahymne -, bei weniger formellen Gelegenheiten auch gerne „Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“, ein Karnevalshit von Karl Berbuer aus dem Jahre 1948.

Der Begleittext liegt im Heimatmuseum kostenlos zur Mitnahme aus.

Plakat zum Vortragzoom
Care-Paketzoom
Care-Paket

Das liebevoll eingerichtete Museum ist alle zwei Wochen sonntags von 11-16 Uhr geöffnet. Bitte die aktuellen Öffnungstermine beachten, zu finden unter hier auf der Homeapge. Gruppen können auch eine Führung mit der Gemeindearchivarin Katrin Kranich unter 0721/97886-61 vereinbaren.

 
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