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Gebäudebrand mit vermisster Person in der Luisenstraße

Ein Feuerwehrkamerad bei der Brandbekämpfung schwer verletzt

Am Mittwoch, den 30.03.2017 kam es in der Luisenstraße im Ortsteil Eggenstein zu einem Gebäudebrand. Bereits auf der Anfahrt bekamen die Einsatzkräfte durch die Leitstelle die Meldung, dass im Keller im dortigen Heizungsraum ein Feuer ausgebrochen ist, und der Bewohner des Gebäudes als vermisst gilt! Höchste Alarmbereitschaft für die Feuerwehr!   

An der Einsatzstelle angekommen, wurde sofort die Wasserversorgung hergestellt, so dass gleich der Angriffstrupp unter Atemschutz zur Brandbekämpfung ins Gebäude vorgehen konnte. Gleichzeitig ging ein zweiter Trupp unter Atemschutz vor. Dessen Aufgabe war es, die restlichen Flächen im Gebäude nach der vermissten Person abzusuchen, und letztendlich die Menschenrettung einzuleiten. Da sich der Brandrauch bereits im Gebäudeinneren sehr stark verbreitet hatte, konnten die eingesetzten Atemschutztrupps nur bei minimalster Sicht vorangehen.     

Nachdem der Angriffstrupp den mobilen Rauchvorhang an der Kellerabgangstür angebracht hatte, um eine weitere Rauchausbreitung im Gebäudeinnern zu minimieren, gingen Sie zum Heizungsraum, in dem sich der Brandherd befand, vor. Sofort wurde der Gasthaupthahn geschlossen, der Notabschalter der Stromversorgung betätigt und die Löscharbeiten eingeleitet. Leider kam es während der Brandbekämpfung zu einer weiteren Verpuffung. Hierbei hat sich ein Kamerad des Angriffstrupps so schwer verletzt, dass er nicht mehr ansprechbar war. Folgerichtig wurde vom zweiten Truppmitglied ein „MAYDAY“ per Funk eingeleitet.   

Von nun an galt: Sofort sind alle Funkgespräche einzustellen. Nur der Atemschutzgeräteträger, der den „MAYDAY“ abgesetzt hatte, durfte noch mit seinem Gruppenführer bzw. dem Einsatzleiter kommunizieren. Denn es galt, den Kameraden so schnell wie möglich aus der lebensgefährlichen Lage zu retten.   


Übung mit Atemschutzzoom
Übung mit Atemschutzzoom
Übung mit Atemschutzzoom
 

Nachdem das Truppmitglied den MAYDAY abgesetzt, und den Gruppenführer über die Position im Gebäudeinnern informiert hatte, entschied dieser unverzüglich, einen aus drei Mann bestehenden Rettungstrupp ins Gebäude vorzuschicken. Hier zählte jede Sekunde, denn der Luftvorrat für den verunglückten Atemschutzgeräteträger wurde immer geringer.   Die Rettung des verunfallten Kameraden gestaltete sich als äußerst schwierig. 

Der schmale und steile Treppenaufgang vom Keller zum Erdgeschoss trug einen Großteil dazu bei. Wie auch das Gewicht des verunfallten Kameraden. Denn mit voller Montur (Einsatzhose, Einsatzjacke, Maske, u.v.m.) hat man schnell noch 20-25 kg mehr –zusätzlich zum Eigengewicht– zu schleppen.   

Nach wenigen Minuten war die Rettung geglückt, und der Sicherungstrupp konnte den verunglückten Kameraden dem Rettungsdienst übergeben.   

Gleichzeitig konnte der für die Personensuche zuständige Trupp die vermisste Person in einem Zimmer im 1.Obergeschoss ausfindig machen, und leitete sofort die Rettungsmaßnahmen ein. Mittels des Teleskopmasts, konnte er schnell nach unten befördert, und im Anschluss daran, ebenfalls dem Rettungsdienst übergeben werden.   

Was wie bitterer Ernst klingt, war aber zum Glück nur eine Übung der Einsatzabteilung Eggenstein im Rahmen eines Atemschutz-Sonderdienstes. Nach ca. 1,5 Stunden waren die gestellten Aufgaben sicher bewältigt, und die Ausbilder mit den gezeigten Leistungen weitestgehend zufrieden. Die Nachbetrachtung ergab dennoch Ideen, wie man manches besser oder effizienter machen kann, was aber genau der richtige Weg ist, der einen vorwärts bringt. Nur durch intensives und regelmäßiges Üben, können so Punkte erörtert werden, die man in der Zukunft optimieren kann.   

Wir möchten uns an dieser Stelle recht herzlich beim Eigentümer des Objektes bedanken. Nur durch Sie konnten wir diese äußerst wichtige und vielfältige Ausbildungseinheit absolvieren. Eine Übung in einem für die Feuerwehr „fremden“ Objekt, stellt eine nahezu einsatz- und realitätsnahe Situation dar.   

ds/egg

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