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Streuobstwiese ökologisch aufgewertet

27.03.2015

Beim Fisperweg ist eine schöne Wiese mit Obstbäumen, die besonders im Frühling mit den tausenden Blüten herrlich anzusehen ist. Seit einigen Jahren wird sie zum größten Teil von Markus Leicht bewirtschaftet. Diese Obstanlage wird ökologisch aufgewertet.

Auf der Streuobstwiese beim Fisperweg wurden jetzt im Frühjahr neue Obstbäume gepflanzt. Niederstämmige werden durch Hochstämmige ersetzt.

Hans-Martin Flinspach, Vorsitzender der Streuobstinitiative im Stadt- und Landkreis Karlsruhe e.V., Revierförster Friedhelm Booms, Markus Leicht als Pächter und Jürgen Ehrmann von der Gemeindeverwaltung hatten bei einem Termin vor Ort festgelegt, dass die Aufwertung der Streuobstwiese schrittweise über einen längeren Zeitraum (5 bis 10 Jahre) erfolgen soll. Es soll keinen harten Einschnitt geben.

Ziel ist die deutliche Reduzierung der Niederstammbäume und die Anpflanzung von Hochstämmen. 50 hochwachsende Obstbäume wurden im November 2014 neu gepflanzt. Boskoop-, Brettacher-, Gewürzluiken-, Winterrambur-, Kaiser-Wilhelm-Äpfel, Gellerts Butterbirne und Hauszwetschgen werden vorhandene Lücken auffüllen und insbesondere im nördlichen Teil der Anlage Niederstämme ersetzen. Lediglich 80 Bäume sollen je Hektar wachsen, also genug Abstand zueinander haben, um eine schöne ausladende Krone zu entwickeln. Deshalb wird es künftig auch nur noch 4 anstatt der bisher 6 Reihen geben. Hoch wachsende Bäume sind bei intensiv bewirtschafteten Obstanlagen unbeliebt, da das Obst schlecht zu pflücken ist. Niedrige Bäume mit geringem Abstand (viele auf wenig Fläche) maximieren den Ertrag. Sie können maschinell und somit preiswerter geerntet werden. 

Bei Streuobstwiesen steht der Naturschutzgedanke im Vordergrund. Denn diese Wiesen mit ihrem Blütenreichtum, den verschiedenen regionalen Obstsorten sind ein bedeutender Lebensraum für unsere heimische Tierwelt. Zwischen 2000 und 5000 Arten können dort beheimatet sein. Die Kräuter der Wiese ziehen Schmetterlinge wie Aurorafalter, Pfauenauge, Schwalbenschwanz an, ebenso zahlreiche Wildbienenarten wie Mauer- und Seidenbienen und zahllose weitere Insekten. Die alten knorrigen Bäume locken Spechte, wie Mittel- und Kleinspecht und weitere heimische Vögel. Unsere Streuobstwiese am Fisperweg hat im Umfeld weitere Besonderheiten zu bieten. An der Grenze zu den feuchten Bereichen wachsen Weiden, die für Bienen die erste Nahrung im Jahr bilden. Da die Streuobstwiesen ein sehr hochwertiges und leider bedrohtes Biotop darstellen, haben Naturschutzverbände einen Weg gefunden, um sie zu erhalten und wieder attraktiver zu machen.

Titelseite des Amtsblattes 31.10.14 zur Streuobstwiesezoom
Der Wendehals gilt als Indikator für die Wertigkeit einer Streuobstwiese,  Hier auf einem Obstbaum in der Wiese am Fisperweg Eggenstein, Foto von Ralf Schreckzoom
Der Wendehals gilt als Indikator für die Wertigkeit einer Streuobstwiese,
Hier auf einem Obstbaum in der Wiese am Fisperweg Eggenstein, Foto von Ralf Schreck
 

„Ökologie und Ökonomie“ zusammenbringen, Naturschutz und Wirtschaft können sich ergänzen, wenn die Verbraucher dies unterstützen. Dies ist auch die Zielsetzung der Streuobstinitiative im Stadt- und Landkreis Karlsruhe. Der Bewirtschafter einer Streuobstwiese bekommt einen deutlich besseren Preis für sein Obst und muss dafür nach der EU-Biorichtlinie ökologisch bewirtschaften. Der doppelte Marktpreis und ein Biozuschlag stellen einen Anreiz für die Bewirtschaftung und Pflege der Obstwiesen dar. Ein großes Stück Idealismus gehört trotzdem dazu.

Wenn die Verbraucher diese Naturschutzinitiative unterstützen und etwas mehr für einen hochwertigen ökologischen Fruchtsaft bezahlen, können die Lebensräume einheimischer Tiere und Pflanzen erhalten werden. Mehr dazu erfahren Sie unter www.streuobstinitiative.de.  

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