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1250-JAHRFEIER - BNN schreibt dazu ...

06.06.2016

Großes Finale zum Abschluss eines denkwürdigen Jubiläumsjahres. Mit einem historischen Festumzug mit über 1 400 Teilnehmern erlebte Eggenstein-Leopoldshafen am Wochenende den Höhepunkt des zwölfmonatigen Veranstaltungsreigens zur 1 250. Wiederkehr der Erstnennung von Eggenstein. Mit einem großen Galakonzert der Kulturvereine, Gaststar Bata Illic bei einem Jubiläumsnachmittag für Senioren, der Wiederauflage des alten Seifenkistenrennens und dem ersten Eggensteiner Volkslauf herrschte an Attraktionen kein Mangel.

„Der Mittelpunkt der Welt ist hier“
Großer Gala-Abend der Kulturvereine
Freddy Sahin Scholl als Star des Abends

„Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.“ Wer auch immer das sagte, muss ein Eggensteiner gewesen sein. Und folglich ein vom Glück besonders begünstigtes Wesen. In jedem Fall dürfte sich Klaus Stadler, der den Song „Des alles Eggstoi“ zum Jahrestag der 1250. Erstnennung Eggensteins textete, von dieser alten Weisheit haben leiten lassen.

Das Jubiläumslied, das zum Abschluss des großen Gala-Abends der Kulturvereine gesungen wurde, beinhaltet nämlich Zeilen, die nach dem Motto „Klotzen statt kleckern“ verfasst wurden. „Auf Vielfalt legt man großen Wert, Kultur und Sport sind sehr begehrt, das Schwungrad der Nation sind wir, der Mittelpunkt der Welt ist hier“ – um nur ein Beispiel zu nennen. Da würde wohl keiner wagen zu widersprechen. Erst recht nicht nach einem Galakonzert, bei dem die örtlichen Musik- und Gesangvereine zusammen mit fabelhaften Solisten und einem Stargast auf ganzer Linie überzeugt und dem Publikum einen großartigen Abend bereitet hatten.

Zumal bereits am Nachmittag der Nachwuchs bei „Jugend musiziert“ demonstriert hatte, dass man sich um den Fortbestand der Eggensteiner Musikszene keine Sorgen zu machen braucht. Es war ein umfang- und facettenreiches Programm, durch das die beiden charmanten Moderatoren Marc Mehler und Joachim Schwartz zu führen hatten, denn die Kulturvereine hatten ihre gesamten Kapazitäten ausgeschöpft und traten teilweise sogar in mehreren Formationen auf.

Das Ergebnis waren rund vier Stunden attraktives Musikprogramm, das vom Auftritt des Stars des Abends, Freddy Sahin Scholl, gekrönt wurde. Das Publikum im gut gefüllten Festzelt konnte sich am Ende jedenfalls nicht beklagen, dass für manchen Geschmack nichts geboten gewesen sei: Der Musikverein „Lyra“ spielte den einzigartigen „Eggensteiner Jubiläumsmarsch“, der Gesangverein „Frohsinn“ setzte dem großen Udo Jürgens ein Denkmal, die „Baden Bellas“ hatten Musik von Sido und Adel Tawil im Gepäck und der „Liederkranz“ präsentierte italienische Lieder zum Träumen. Für viele etwas überraschend, doch sicher ein Beweis, dass alte Rivalitäten längst überkommen sind, war die Tatsache, dass selbst ein Chor aus Leopoldshafen eingeladen war und sogar singen durfte: Die „Fidelia“ hatte drei ihrer Formationen mitgebracht und servierte einen Cocktail aus ansprechenden Liedern. Nein, das waren noch nicht alle Chöre aus Eggenstein-Leopoldshafen: Die Gesangsgruppe „Belcanto“ war mit einem Saxofon-Ensemble am Start und der „Coro Accelerando“ rockte das Zelt mit Herbert Grönemeyer und „Rammstein“. Als Gesangssolisten bereicherten Sandra Danyella und Alexander Voss den Gala-Abend, der auf beeindruckende Weise die Vielfalt des kulturellen Vereinslebens der Gemeinde demonstrierte. Da hätte es den ehemaligen „Supertalent“-Gewinner Freddy Sahin Scholl kaum mehr gebraucht. Aber der wollte sich eine Reise zum Mittelpunkt der Welt sicher nicht entgehen lassen.  

von Katja Stieb
Mit freundlicher Genehmigung der BNN, Redaktion Hardt

Auch Senioren zücken die Smartphones
Schlagerstar Bata Illic reißt das Publikum mit einem sympathischen Auftritt mit

Mit einem voll besetzten Festzelt begann das große Finale: Die Feierlichkeiten zum 1 250-jährigen Bestehen von Eggenstein begannen am Abschlusswochenende mit einem Jubiläumsnachmittag für die Senioren der Gemeinde. Diese waren schriftlich von der Gemeindeverwaltung eingeladen worden und ließen sich dieses Ereignis nicht entgehen. Kein Wunder, denn schließlich wartete neben Kaffee und Kuchen und geselligem Beisammensein ein ganz besonderer Stargast: Bata Illic, das musikalische Urgestein, das sich mit unzähligen Hits längst unsterblich gemacht hat, gab sich auf der Bühne die Ehre und begeisterte das Publikum mit seinen berühmten Liedern. Und es zeigte sich, dass der Sänger vielleicht nicht mehr ganz taufrisch ist, aber dennoch die Massen mitreißen kann. Pünktlich auf die Minute erschien er auf der Festbühne und grüßte die rund 1 000 Besucher mit einem Song, den restlos alle Generationen auswendig kennen: Zu „Michaela“ sang das Publikum, ohne dass eine Aufforderung nötig gewesen wäre, lauthals mit. Und noch etwas anderes konnte man beobachten: Wer glaubte, dass nur die Jugend angesichts eines Stars die Smartphones zückt, um ein paar Schnappschüsse zu machen, und am Bühnenrand um Autogramme bittet, der wurde rasch eines Besseren belehrt. Das Eggensteiner Publikum brachte dem gebürtigen Serbokroaten nämlich ab der ersten Minute eine ganze Menge Sympathien entgegen. Und die waren auch berechtigt, denn er legte einen äußerst sympathischen Auftritt hin, plauderte in den Gesangpausen und schlenderte ohne Berührungsängste durchs Publikum. „Stellen Sie sich vor: Als ich vorhin hier in Eggenstein nach dem Weg fragen musste, glaubte eine nette Frau, mich aus dem Fernsehen zu kennen“, erzählte er. „Sie sagte dann zu mir: Lieber Karel Gott, bitte geben Sie mir ein Autogramm.“ Es sei dahingestellt, wie oft Illic diese Anekdote schon vermeintlich passiert ist, doch die kleine Episode kam an. Ebenso wie seine Liedklassiker, von denen er kaum einen ausließ. „Ich möcht’ der Knopf an deiner Bluse sein“, „Schwarze Madonna“ und „Ich hab’ noch Sand in den Schuhen von Hawaii“ waren nur einige seiner Evergreens, die er präsentierte, bevor er sich im Anschluss an seinen Auftritt auch noch reichlich Zeit für Autogramme und persönliche Gespräche nahm.

von Katja Stieb
Mit freundlicher Genehmigung der BNN, Redaktion Hardt

Sahnehäubchen mit musikalischer Mélange
Formation „Bergluft“ rockte die Bühne im Festzelt

„Ihr seid’s ein geiler Ort!“ Tobias Schwartz-Gewallig brachte mit sympathischem bayerischem Einschlag die Sache auf den Punkt. Der Frontmann und Bandchef der Formation „Bergluft“ hatte zu diesem Zeitpunkt sechs Stunden furioses Programm hinter sich:

Zusammen mit seinen Bandkollegen hatte er bei der Abschlussparty der Feierlichkeiten zur 1 250-Jahr-Feier von Eggenstein ein musikalisches Feuerwerk der Extraklasse auf der Bühne im Festzelt abgebrannt. Und wie sich das für einen guten Bandleader gehört, hatte er im Laufe des Abends kapiert, wie sein Publikum tickt: „Ihr seid’s net so schnell dabei, aber wenn’s dann losgeht: Respekt!“ freute er sich über die tanzende Menschenmenge vor der Bühne, die schlichtweg nicht genug „Bergluft“ bekommen konnte.

Kein Wunder, denn die Formation, die seit Jahren im berühmten Münchener „Löwenbräukeller“ spielt und regelmäßig beim Oktoberfest das „Hippodrom“ zum Beben bringt, ist außergewöhnlich. Außergewöhnlich im Hinblick auf die musikalische Qualität der Bandmitglieder, auf die Vielfalt der Songs und auch ihren Stil auf der Bühne. Sie sind irgendwie nicht die „Kumpeltypen“, die in der Krachledernen Songs wie „Sperrbezirk“ und „Hulapalu“ runterspulen. Bei „Bergluft“ steckt irgendwie mehr dahinter. Und es ist sicher nicht nur die Tatsache, dass die Bandmitglieder Virtuosen an ihren Instrumenten sind. Vielleicht gewinnen „Bergluft“ diesen ganz besonderen Charakter durch ihre musikalische Mélange: „Those Were The Days“, „The Final Countdown“, Andreas Gabalier und Robbie Williams treffen da unfallfrei aufeinander.

In jedem Fall haben „Bergluft“ den Feiern in Eggenstein das Sahnehäubchen verpasst, das sie verdient haben. Bis um 23 Uhr das große Feuerwerk den Nachthimmel illuminierte, tanzten die Eggensteiner ausgelassen vor der Bühne. Zum Abschluss gab es noch den Kultsong „Des Alles Isch Eggstoi“, gesungen vom Ortskartellvorsitzenden Mario Schönleber, gemeinsam mit der Band. Und es war nicht mehr als berechtigt, dass damit der Mann, der das Jubiläum geprägt hat wie kaum ein anderer, das letzte Wort hatte. Beziehungsweise den letzten Song.

von Katja Stieb
Mit freundlicher Genehmigung der BNN, Redaktion Hardt, 7.6.16

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